Editorial-Archiv

Alle bisherigen Ausgaben des Editorials von Jörg Schwieder, Herausgeber von AutomobilBusiness.de, einschließlich der aktuellen.

Jörg Schwieder

Wer keine Lust mehr hat, die drögen Excel-Tabellen des Kraftfahrt-Bundesamtes auszuwerten, bekommt die Entwicklungen des Fahrzeugmarktes jetzt bei AutomobilBusiness übersichtlich aufbereitet: Die KBA Marktdaten Pkw und die KBA Marktdaten Nutzfahrzeuge laden die neuesten Zahlen des KBA vollautomatisch, sobald sie dort verfügbar sind. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, ob und wie sich neue Antriebstechnologien durchsetzen, und zwar für Pkw, Transporter, leichte und schwere Lkw, Wohnmobile und Busse. Im Pkw-Bereich sind es inzwischen 24 Kacheln, bei den Nutzfahrzeugen 22. Was das KBA selbst nicht anbietet, gibt es nur hier: historische Zeitreihen, die Entwicklungen über mehrere Jahre aufzeigen.

Interessant ist, dass sich der Markt regional sehr unterschiedlich entwickelt. Auch das geben die Daten des KBA her, genutzt werden sie so gut wie nie. Wie steht es also um den BEV-Anteil im Bestand und nicht nur in den Neuzulassungen? Die Antwort ernüchtert: Von den 49,7 Millionen Pkw auf deutschen Straßen fahren 4,8 Prozent batterieelektrisch. Und über 30 Prozent Anteil in den Neuzulassungen bedeuten eben auch, dass gut zwei Drittel der Neuwagen weiterhin einen Verbrennungsmotor mitbringen.

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Trotzdem ist der Trend unübersehbar: Der batterieelektrische Antrieb ist der einzige, der kontinuierlich Marktanteile gewinnt. Auch bei Lastkraftwagen und Bussen liegt sein Anteil im Neuverkauf bereits bei knapp 16 beziehungsweise knapp 14 Prozent. Lediglich die schweren Zugmaschinen lassen sich bitten, dort sind es gut 4 Prozent.

Bleibt zu hoffen, dass sich im Lkw-Geschäft nicht wiederholt, was sich bei den Pkw bereits abzeichnet: dass die deutschen und europäischen Hersteller von der chinesischen Konkurrenz abgehängt werden.

Jörg Schwieder

Was bleibt vom lange gepflegten Markenimage eines Autoherstellers im BEV-Zeitalter noch übrig? Oder besser: Was davon lässt sich ins neue Elektrozeitalter übertragen?

Die Antworten der OEM sind variantenreich und durchaus phantasievoll. Ob sie geeignet sind, die Handschrift und das charakteristische Fahrgefühl einer Marke in die Zukunft zu transferieren, hat das Wissensportal AutomobilBusiness zusammen mit Lukas Bartmann geprüft, der beruflich genau mit diesen Fragen konfrontiert ist. Lukas, ganz herzlichen Dank für Deine Einschätzungen!

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Ein paar Dinge, die uns beim Recherchieren überrascht haben:

→ BMW und Audi bündeln Fahrdynamik heute in einem einzigen Steuergerät, „Heart of Joy" nennt BMW seins. Der Rechner entscheidet in Millisekunden darüber, ob das Fahrzeug bekannte und bei Kunden geschätzte „Markengene" in sich tragen soll, und passt das Fahrverhalten entsprechend an.

→ Beim Audi e-tron S genügen zwei unabhängige Elektromotoren an der Hinterachse für Torque Vectoring, ganz ohne mechanisches Differenzial. Der neue RS5-Verbrenner braucht dafür ein mechanisches Sperrdifferenzial plus einen zusätzlichen Elektromotor. Die einfachere Lösung liefert ausgerechnet der E-Antrieb.

→ Renault hat beim neuen und sehr erfolgreichen R5 komplett auf Fahrdynamik-Software verzichtet und stattdessen die eigene Designgeschichte der Siebziger reaktiviert. Ergebnis: European Car of the Year 2025.

→ Rolls-Royce-Mitgründer Charles Rolls beschrieb den Elektroantrieb bereits 1900 als „vollkommen geräuschlos und sauber" und als das Ideal für seine Fahrzeuge. 122 Jahre später hat die Marke sein Versprechen eingelöst.

Die eigentliche Erkenntnis: Es gibt nicht die eine Lösung. Manche Hersteller finden Markenidentität im Code, andere im Design, wieder andere im nachgebildeten Klang oder künstlichem Schaltruckeln.

Den ganzen Beitrag findet Ihr in Tech & Energie: „Die Marke im Code: Wie Autohersteller ihre Identität ins BEV-Zeitalter übersetzen"

Jörg Schwieder

„Glauben Sie mir, ich sitze nicht auf diesem Stuhl, weil ich so viel weiß"
sagt der mächtige CEO der Investmentbank John Tuld (gespielt von Jeremy Irons) im Finanzthriller „Der große Crash – Margin Call“ zum jungen Risikoanalysten Peter Sullivan (Zachary Quinto). Tuld: „Bitte sprechen Sie mit mir so, wie Sie mit einem kleinen Kind oder einem Golden Retriever sprechen würden. Es war nicht mein Verstand, der mich hierhergebracht hat, das kann ich Ihnen versichern.“

Der Gesichtsausdruck von Peter dazu ist legendär, eine Mischung aus Konfusion, Unglauben und Angst. Der Mann, der ihm sekündlich mit einem Fingerschnippen seine Karriere zerstören könnte, bezeichnet sich selbst als Dummkopf.

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Nüchtern betrachtet ist es aber tatsächlich so, dass selbst hochrangige und gut bezahlte Konzernlenker die Komplexität ihres eigenen Business nicht vollständig durchdringen (können). Unsere Antwort auf dieses (gar nicht so neue) Problem ist die Aufgabenteilung. Wir verteilen die Komplexität dieser Welt auf viele Schultern. Was deswegen jedoch zusätzlich nötig ist: der Austausch untereinander. Wir sprechen und schreiben. Wir hören, lesen und verstehen.

Das mit dem Sprechen fällt den meisten leicht. Das mit dem Hören, Lesen und Verstehen oft nicht ganz so. Unsere Zeit ist schnelllebig geworden. Wie erreiche ich meine Empfänger? Indem ich selbst immer schneller, immer lauter, immer dreister werde? Medienschaffende bedienen diesen Trend mit immer mehr und immer schneller publizierten News, manche mit Krawall, andere mit Einfallsreichtum. Dazwischen platzieren dunkle Gestalten mit finsteren Absichten Lügen und Propaganda, um es nicht zu einfach zu machen.

Gut recherchierte Fakten und sauber verfasste Nachrichten sind der Motor der weltweiten „Verständigungsmaschine“, ohne Zweifel, und nach wie vor das Mittel der Wahl gegen Akteure, die denken, es ginge auch anders. Damit das allerdings reibungslos funktionieren kann, gehört zum Job eines Journalisten zwingend die Einordnung, der Kontext. Oder einfach eine Antwort auf die Lieblingsfrage von kleinen Kindern: „Warum?“ Trifft blanke Information auf einen Empfänger ohne jede Vorkenntnis, verpufft die Information, im schlechtesten Fall verwirrt sie sogar. Wissen schafft die Grundlage für Kommunikation, Fortschritt und Lösungen.

AutomobilBusiness ist nicht angetreten als weitere Quelle für „Hot-News“. Wer die sucht, findet sie auf den bekannten Branchenportalen. AutomobilBusiness greift Themen der Automobilbranche (und angrenzender Bereiche) auf, die ich für wichtig oder spannend halte, und geht ihnen auf den Grund. Nicht selten stammen die Anregungen für Themen aus Diskussionen in Sozialen Medien, oder jemand hat mir direkt ein Thema vorgeschlagen. Wer das machen möchte, kann das übrigens unter redaktion@automobilbusiness.de jederzeit gerne tun.

Tiefe statt Oberfläche, Meinung auf der Basis von Wissen. Das sollte ein neuer Trend werden, denn unser Verstand ist unsere (einzige) Superkraft. Wir haben in den kommenden Jahren einen gigantischen Berg an Herausforderungen zu bewältigen. Ein tiefes Verständnis für die Materie, die uns betrifft, schafft die Voraussetzungen, damit das gelingt.

Anders als viele andere „Fachautoren“ bin ich allerdings auch der Meinung, dass Fachjournalisten sich nicht als „Berufsbesserwisser“ verstehen sollten, sondern eher als Dienstleister in Sachen Kommunikation. Wir unterstützen Experten dabei, vom Wissen anderer Experten zu erfahren, und zwar so, dass es dem Absender gerecht wird und der Empfänger es versteht. Das ist unser Beruf, nicht mehr, nicht weniger. Oder, um noch ein weiteres berühmtes Filmzitat zu bemühen: „Das ist der Weg“.

Jörg Schwieder

Liebe Leserinnen und Leser,

Automobilbusiness.de ist vieles auf einmal: Wissensplattform für Automobilschaffende. KI-Labor. Und ein Schaufenster für mein Produktportfolio.

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Medienmacher und KI: Das ist ein Spannungsfeld. Manche sagen: ein Schlachtfeld. Autoren, Journalisten, Fotografen, Grafiker, Webdesigner und Programmierer, wir alle erarbeiten den Rohstoff, den KI-Konzerne für ihr Training „nutzen“. Ich bin der Ansicht: Höchste Zeit, dass wir KI zurücknutzen!

Ich teste hier KI-Anwendungen, sondiere sinnvolle Einsatzbereiche und teile meine Erfahrungen mit anderen. Vom Autor zum digitalen Publizisten. Zum Marktforscher? Zum Podcaster? Zum Spieleentwickler? In 3… 2… 1…

„Vibe-Coding“ (Programmieren in natürlicher Sprache) eröffnet neue Betätigungsfelder. Die Idee: Selbst frei von jeglichem Programmierwissen genügt im Prinzip eine kühne Idee. Dann formt sich im Dialog mit einem Coding-begabten Sprachmodell die Vision zum realen Medium, zur Anwendung, zum Produkt. Wo sind die Grenzen im anbrechenden KI-Zeitalter? Die Frage sollte sich aktuell jeder stellen.

Die Grenzen haben sich definitiv bereits verschoben. Schnittstellen rund um den Beruf des Journalisten lassen sich nahtlos bespielen, das ist gerade für selbständige Akteure ein Gewinn. Vorstellungskraft in Kombination mit etwas Sinn für strukturiertes Vorgehen kann Berge versetzen.

KI ist besser als ihr Ruf. Wir haben das Werkzeug, wir haben die Möglichkeiten. Wir treffen die Entscheidungen. Ich bin gespannt auf die Dialoge und den Austausch! Kommen Sie bei Fragen zu AutomobilBusiness.de und Interesse an meiner Arbeit gerne auf mich zu, ich teile meine bisherigen KI-Erfahrungen ab sofort regelmäßig an dieser Stelle.

Jörg Schwieder
Herausgeber AutomobilBusiness.de

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