Datenbasierte Tiefenanalysen zu den wichtigsten Entwicklungen der Automobilwirtschaft. Quellenreich, präzise, unverzichtbar.
Wissen für Automobilisten
„Glauben Sie mir, ich sitze nicht auf diesem Stuhl, weil ich so viel weiß", sagt der mächtige CEO der Investmentbank John Tuld (gespielt von Jeremy Irons) im Finanzthriller „Der große Crash – Margin Call“ zum jungen Risikoanalysten Peter Sullivan (Zachary Quinto). Tuld: „Bitte sprechen Sie mit mir so, wie Sie mit einem kleinen Kind oder einem Golden Retriever sprechen würden. Es war nicht mein Verstand, der mich hierhergebracht hat, das kann ich Ihnen versichern.“
Der Gesichtsausdruck von Peter dazu ist legendär, eine Mischung aus Konfusion, Unglauben und Angst. Der Mann, der ihm sekündlich mit einem Fingerschnippen seine Karriere zerstören könnte, bezeichnet sich selbst als Dummkopf.
Nüchtern betrachtet ist es aber tatsächlich so, dass selbst hochrangige und gut bezahlte Konzernlenker die Komplexität ihres eigenen Business nicht vollständig durchdringen (können). Unsere Antwort auf dieses (gar nicht so neue) Problem ist die Aufgabenteilung. Wir verteilen die Komplexität dieser Welt auf viele Schultern. Was deswegen jedoch zusätzlich nötig ist: der Austausch untereinander. Wir sprechen und schreiben. Wir hören, lesen und verstehen.
Das mit dem Sprechen fällt den meisten leicht. Das mit dem Hören, Lesen und Verstehen oft nicht ganz so. Unsere Zeit ist schnelllebig geworden. Wie erreiche ich meine Empfänger? Indem ich selbst immer schneller, immer lauter, immer dreister werde? Medienschaffende bedienen diesen Trend mit immer mehr und immer schneller publizierten News, manche mit Krawall, andere mit Einfallsreichtum. Dazwischen platzieren dunkle Gestalten mit finsteren Absichten Lügen und Propaganda, um es nicht zu einfach zu machen.
Gut recherchierte Fakten und sauber verfasste Nachrichten sind der Motor der weltweiten „Verständigungsmaschine“, ohne Zweifel, und nach wie vor das Mittel der Wahl gegen Akteure, die denken, es ginge auch anders. Damit das allerdings reibungslos funktionieren kann, gehört zum Job eines Journalisten zwingend die Einordnung, der Kontext. Oder einfach eine Antwort auf die Lieblingsfrage von kleinen Kindern: „Warum?“ Trifft blanke Information auf einen Empfänger ohne jede Vorkenntnis, verpufft die Information, im schlechtesten Fall verwirrt sie sogar. Wissen schafft die Grundlage für Kommunikation, Fortschritt und Lösungen.
AutomobilBusiness ist nicht angetreten als weitere Quelle für „Hot-News“. Wer die sucht, findet sie auf den bekannten Branchenportalen. AutomobilBusiness greift Themen der Automobilbranche (und angrenzender Bereiche) auf, die ich für wichtig oder spannend halte, und geht ihnen auf den Grund. Nicht selten stammen die Anregungen für Themen aus Diskussionen in Sozialen Medien, oder jemand hat mir direkt ein Thema vorgeschlagen. Wer das machen möchte, kann das übrigens unter redaktion@automobilbusiness.de jederzeit gerne tun.
Tiefe statt Oberfläche, Meinung auf der Basis von Wissen. Das sollte ein neuer Trend werden, denn unser Verstand ist unsere (einzige) Superkraft. Wir haben in den kommenden Jahren einen gigantischen Berg an Herausforderungen zu bewältigen. Ein tiefes Verständnis für die Materie, die uns betrifft, schafft die Voraussetzungen, damit das gelingt.
Anders als viele andere „Fachautoren“ bin ich allerdings auch der Meinung, dass Fachjournalisten sich nicht als „Berufsbesserwisser“ verstehen sollten, sondern eher als Dienstleister in Sachen Kommunikation. Wir unterstützen Experten dabei, vom Wissen anderer Experten zu erfahren, und zwar so, dass es dem Absender gerecht wird und der Empfänger es versteht. Das ist unser Beruf, nicht mehr, nicht weniger. Oder, um noch ein weiteres berühmtes Filmzitat zu bemühen: „Das ist der Weg“.
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