Der Vertragshandel ist zurück: Jetzt muss er liefern
Volkswagen hat das Agentursystem für Elektroautos beendet, andere Hersteller schieben eigene Pläne auf. Der klassische Vertragshandel bleibt der zentrale BEV-Vertriebsweg, mit mehr Freiheit, aber vollem Absatzrisiko. Auftakt der Serie "BEV-Verkaufsstrategien für den Handel": Wie sich Autohäuser bei Personal, Ladeinfrastruktur und Beratung jetzt aufstellen müssen.
Weiterlesen →
Reparierbar oder mangelhaft
Ab dem 31. Juli 2026 kann ein Fahrzeug mangelhaft sein, nicht weil etwas kaputt ist, sondern weil es sich nicht reparieren lässt. Gleichzeitig verlängert sich die Gewährleistung auf drei Jahre für das gesamte Fahrzeug. Pkw stehen nicht auf der Produktliste der EU-Richtlinie 2024/1799. Den Handel trifft sie trotzdem.
Das E-Auto als Gewinner der Ölkrise
Im April 2026, dem teuersten Tankmonat aller Zeiten, verdoppelten sich die Kaufanfragen für gebrauchte Elektroautos. BEV-Neuzulassungen stiegen im Mai auf 25 Prozent Marktanteil. Doch was dem Neuwagen nützt, belastet das Gebrauchtwagengeschäft: Nur noch 33 Prozent der Händler sind mit ihren GW-Abschlüssen zufrieden.
Neuland Batterie-Reparatur
Ein VW ID.3 mit defektem Batteriemodul steht auf dem Hof - der Händler empfiehlt Kompletttausch für 13.000 Euro. Tatsächlich kostet der Moduleingriff rund 2.000 Euro. Mit knapp 1,93 Millionen BEV auf deutschen Straßen und den ersten Herstellergarantien, die jetzt auslaufen, entsteht ein Aftersales-Markt, für den die meisten Betriebe noch keine Antwort haben.
Das Lead-Paradoxon: Mehr Kanäle, weniger Abschlüsse
Der deutsche Automobilhandel ertrinkt in Leads - und verdurstet gleichzeitig. Große Betriebe mit zentralem Lead-Management-System erzielen laut TARGOBANK-Verkaufsstudie 2025 nur 34-35 % Abschlussquote, während freie Händler ohne jede Systematik auf 52 % kommen. Das Defizit liegt nicht bei den Plattformen - es liegt im Autohaus.
Wie der Autohandel die KI lieben lernt
37 % der rund 1.600 Händler des AUTOHAUS Pulsschlag-Panels nutzen KI bereits in der einen oder anderen Form, weitere 22 % planen den Einstieg. KI ist Chefsache, sagen 53 % der Befragten. Hauptziel: Entlastung der Mitarbeitenden.